Chronik der Theobald-Simon-Schule
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Es ist generell schwierig und problematisch, die Anfänge einer berufsbildenden Schule zu datieren. Das liegt zum einen daran, dass die klare Trennung in Schularten, wie sie sich heute darstellt, in der Vergangenheit nicht immer so gesehen wurde. Zum anderen hat es seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts Unterricht und Kurse gegeben, die kurzfristig eingerichtet, dann jedoch nicht kontinuierlich weitergeführt worden sind.
Bereits 1862 wurde in Bitburg eine sogenannte Fortbildungsschule gegründet. Sie sollte den Jugendlichen nach der Volksschulbildung in einem zweijährigen Kursus weitere Bildungsgüter vermitteln, wobei jedoch der allgemein bildende Charakter eindeutig im Vordergrund stand. So wurde zwar beispielsweise das Fach Buchführung angeboten, doch überwogen vom Stundenansatz her die Fächer Deutsch, Rechnen, Physik, allgemeines Zeichnen und Anfangsgrundlagen der französischen Sprache. Auch die Lehrpersonen, die in diesen Kursen eine Möglichkeit der Verbesserung ihrer geringen Gehälter sahen, waren nicht dafür dafür ausgebildet, berufsspezifische Inhalte zu vermitteln. Am ehesten kann diese Schule als eine Möglichkeit besserer Vorbereitung auf eine weitere Ausbildung gesehen werden. Dies ist auch daran zu erkennen, dass die Absolventen dieser Schule sich später in ganz unterschiedlichen Berufen ausbilden ließen.
In der am 11.02.1883 durch Beschluss des Handwerkervereins gegründete "Sonntagsschule" stand zwar der Berufsbezug eindeutig im Vordergrund, doch wurde diese Schule bald nach ihrer Gründung wieder aufgelöst.
Die Theobald-Simon-Schule führt ihre Entstehung auf die Gründung einer Handelsschule in Bitburg zurück, bei der das berufsbildende Element klar im Vordergrund stand und die kontinuierlich - bis auf eine kurze Unterbrechung in der Endphase des Nationalsozialismus - bis heute weitergeführt worden ist. Am 27. September 1921 wurde der Gründungsvertrag zwischen der Stadt Bitburg und der Kongregation der Schulbrüder, Dt. Provinz, Zentrale Kirnach bei Villingen, abgeschlossen.
Von Seiten der Stadt Bitburg bestand zunächst der Wunsch, auswärtigen Schülern der landwirtschaftlichen Lehranstalt ein Heim zur Verfügung zu stellen. Die Schulbrüder betreuten jedoch nicht nur die Schüler der Landwirtschaftsschule, sondern unterhielten auch von Anfang an eine Handelsschule. Diese wurde zuerst als kaufmännische Privatschule geführt. Die Ausbildung erstreckte sich auf drei Jahre (im Gegensatz zu der normalen 2-jährigen Handelsschule) und bot damit den großen Vorteil, zunächst im ersten Jahr ein tragfähiges Fundament zu legen, da die Schüler zum Teil recht unterschiedlich vorgebildet waren.
Es folgten die Jahre des inneren und äußeren Ausbaus der Handelsschule. Die Entwicklung erreichte 1929 ihren Höhepunkt in der staatlichen Anerkennung und mit dem Recht zur Verleihung der Mittleren Reife. Damit vergrößerte sich die Schülerzahl, und es wurde notwendig, sich auch räumlich weiter auszudehnen. Ein neuer Schreibmaschinensaal, Musikzimmer, Erholungsräume, Sportplatz und Wirtschaftsgebäude wurden eingerichtet bzw. erbaut. Die Gebäude befanden sich auf dem Gelände des heutigen St. Willibrord-Gymnasiums.

