Nach dem Krieg
![]() |
Nach dem Krieg war der Unterrichtsbetrieb mit großen Schwierigkeiten verbunden. Aus dem Verwaltungsbericht des Kreises aus den Jahren 1948 - 1952 wird dies deutlich: "Es fehlte am notwendigsten Lehr- und Lernmaterial; Bücher und selbst Bleistifte waren kaum zu beschaffen und die Versäumnisse lagen - vorwiegend wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse - mit durchschnittlich 10 % weit über dem normalen Rahmen."
Ende 1948 war Direktor Becker Leiter der Kreisberufsschule geworden. Seine Hauptaufgabe bestand darin, trotz der weinigen vorhandenen Räume am alten Standort einen geordneten Schulbetrieb aufzubauen. So musste z. B. die am 12. September 1949 neu eingerichtete Handelsschule aus Platzmangel in einem gemieteten Saal einer Bitburger Gaststätte untergebracht werden.
Der Wunsch, die Schüler in Fachklassen zusammenzufassen, bedingte bald die Forderung nach einem größeren Schulgebäude in Bitburg. Die Kreisverwaltung entschloss sich daher schon im Jahre 1949 zum Bau einer neuen Kreisberufsschule. Schwierig, aber interessant gestaltete sich die Finanzierung: Es wurden Darlehensscheine im Werte von 10,-, 20,-, 50,- und 100,- DM herausgegeben, die mit 3% verzinst wurden. Je 1/5 der Darlehensscheine wurden jedes Jahr ausgelost und nebst Zinsen zurückerstattet, und zwar erstmals 2 Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes. 1952 wurde mit dem Bau an der Rittersdorfer Str. begonnen, mit Beginn des Schuljahres 1954 wurde das neue Schulgebäude bezogen.
Die Entwicklung im berufsbildenden Schulwesen verlief parallel zur Entwicklung der Wirtschaft. Die gewerbliche Wirtschaft, Handwerk, Industrie, Handel, Verkehr und Verwaltung wuchsen im personellen Bereich stark an. Die Landwirtschaft musste die Arbeitskräfte liefern. Dieser Prozess schlug sich auch in den Schülerzahlen der einzelnen Klassen nieder. Während die landwirtschaftliche Abteilung der Berufsschule 1951 mit 1 700 Schülern noch den größten Teil der berufsschulpflichtigen Jugend erfasste, sanken die Schülerzahlen dieser Abteilung im 1960 auf 572, im Jahre 1970 auf 136.
Die große Zahl der Schulstandorte - 1953 bestanden in 28 Schulstandorten 31 Jungenklassen und 23 Mädchenklassen - machte es fast unmöglich, die Mittel für einen geordneten Schulbetrieb aufzubringen (eigene Unterrichts-, Küchen-, Vorrats- und Werkräume). Dennoch stießen Bestrebungen, die Zahl der Schulstandorte zu reduzieren, in der Bevölkerung auf heftigen Widerstand, auch deswegen, weil der "Fortbildungsunterricht" weitestgehend von Volksschullehrern durchgeführt wurde und sich eingebürgert hatte. Darüber hinaus befürchtete man, die Schulen würden sich der Bevölkerung entfremden. Und nicht zuletzt muss beachtet werden, dass die damaligen wirtschaftlichen und Verkehrsverhältnisse nicht dazu geeignet waren, lange Schulwege zu überwinden.

