Berufsschule

Ziel

Die Berufsschule führt als gleichberechtigter Partner der betrieblichen Ausbildung durch eine gestufte Grund- und Fachbildung zu berufsqualifizierenden Abschlüssen. Sie soll zur Erfüllung der Aufgaben im Beruf sowie zur Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer, ökonomischer und ökologischer Verantwortung befähigen und die allgemeine Bildung vertiefen. Im Unterricht der Berufsschule werden die notwendigen berufsübergreifenden und berufsbezogenen Lerninhalte und Kompetenzen unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen der Berufsausbildung oder der Berufstätigkeit mit dem Ziel vermittelt, ein ganzheitliches Bildungsangebot zur Fachqualifikation sicherzustellen.

Aufbau

Die Berufsschule wird in Teilzeitform geführt und dauert zwischen einem und dreieinhalb Schuljahren.

Die duale Ausbildung am Lernort Berufsschule ist gegliedert in die Grundstufe (erstes Ausbildungsjahr) und die Fachstufen (zweites, drittes und evtl. viertes Ausbildungsjahr).

Grundstufe:

Im ersten Ausbildungsjahr wird eine berufsfeldbreite oder berufsbezogene Grundbildung vermittelt.

Fachstufen:

Sie vermitteln die besonderen Fachkenntnisse für die einzelnen Berufe, daher werden in der Regel für die einzelnen Berufe Fachklassen gebildet.

Für die Grundstufe und die Fachstufen gilt, soweit sie bestimmten Berufsfeldern zugeordnet werden können, folgende Berufsfeldeinteilung:

Bautechnik

Elektrotechnik

Ernährung und Hauswirtschaft

Fahrzeugtechnik

Farbtechnik und Raumgestaltung

Holztechnik

Körperpflege

Metalltechnik

Wirtschaft und Verwaltung

Entsprechend den Vorgaben der einschlägigen Rahmenlehrpläne werden der berufsbezogene Unterricht und die berufsübergreifende Pflichtfächer unterrichtet:

Berufsbezogener Unterricht

Deutsch / Kommunikation

Religion oder Ethik

Sozialkunde / Wirtschaftslehre

Sport

Zusätzlich umfasst die Berufschule folgendes Wahlpfichtfachangebot: 

Berufsbezogenes Fach

Biologie oder Chemie oder Physik

Fremdsprache

Förderunterricht

Kommunikation in Netzen

Kommunikation / Präsentation

Mathematik

Politik

Sport

Zusatzqualifikationen

Aufnahmevoraussetzungen

Zum Besuch der Berufsschule ist verpflichtet, wer in einem Berufsausbildungsverhältnis steht und im Zeitpunkt der Begründung noch nicht die zwölfjährige Schulpflicht erfüllt hat. Für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, die nicht unmittelbar in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis eintreten, ist das Berufsvorbereitungsjahr verpflichtend.

Abschluss

Wer die Berufsschule mit Erfolg besucht hat, erhält ein Abschlusszeugnis. Nach erfolgreichem Abschluss der parallel laufenden betrieblichen Ausbildung wird der Gesellen-, Gehilfen- oder Facharbeiterbrief von der zuständigen Kammer (Duales System) ausgehändigt. Das Abschlusszeugnis schließt den Hauptschulabschluss und unter bestimmten Voraussetzungen den qualifizierten Sekundarabschluss I (Mittlere Reife) mit ein. Zudem kann über den Besuch des Fachhochschulreifeunterrichts und dem erfolgreichen Abschluss der Fachhochschulreifeprüfung gleichzeitig die Fachhochschulreife erlangt werden.

Übergangsmöglichkeiten

  • Berufsschul- plus Kammerabschluss:
    Übergang (Anstellung) in den Ausbildungsberuf
  • Berufsschul- plus Kammerabschluss plus einjährige, einschlägige Berufstätigkeit:
    Übergang in die Fachschule
  • Berufsschul- plus Kammer- plus Sekundarabschluss I: 
    Übergang in die Berufsoberschule I oder die duale Berufsoberschule
  • Berufsschul- plus Kammer- plus Sekundarabschluss I plus Fachhochschulreife:
    Übergang in die Fachhochschule oder Berufsoberschule II