Beschreibung

Ein wesentlicher Aspekt innerhalb der strukturellen Weiterentwicklung der berufsbildendenSchulen ist die Neustrukturierung der zweijährigen Berufsfachschule mit qualifiziertem Sekundarabschluss I in die zwei einjährigen aufeinander aufbauenden Berufsfachschulen I und II. Die Berufsfachschulen I und II sind eine wichtige Schnittstelle zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung und haben die Aufgabe, das Leistungsniveau und die Lernfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu verbessern, um den Absolventinnen und Absolventen dieser Bildungsgänge eine qualifizierte Fortsetzung ihrer beruflichen Laufbahn zu ermöglichen.

Durch eine stärkere Bündelung der berufsbezogenen Lerninhalte führt die Berufsfachschule I zum Erwerb einer fachrichtungsbezogenen beruflichen Grundbildung. Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler durch eine intensive schülerorientierte Berufs- und Schullaufbahnberatung und der Einbindung von Förderunterricht sowohl in den berufsübergreifenden als auch den berufsbezogenen Unterrichtsfächern. Die Berufsfachschule II eröffnet die Möglichkeit, den qualifizierten Sekundarabschluss I zu erreichen.  
In beiden Berufsfachschulen sollen Lehr- und Lernformen genutzt werden, die den individuellen Lernprozess der Schülerinnen und Schüler unterstützen und der Förderung der Kompetenzen Rechnung tragen. Dabei gilt es, pädagogische, inhaltliche und organisatorische Maßnahmen so zu kombinieren, dass ein qualifiziertes Unterrichtsangebot entsteht.
Sowohl die Unterrichtsstruktur als auch die Gestaltung des Unterrichts sind fachlich und methodisch-didaktisch so anzulegen, dass sie in hohem Maße die berufliche Handlungsfähigkeitfördern. Der Unterricht in den Berufsfachschulen I und II soll dem Anspruch auf Ganzheitlichkeit, dem Vermitteln von Arbeitstechniken und der Entwicklung von Kompetenzen durch Förderung des selbst gesteuerten Lernens und des Arbeitens in Unterrichtsprojekten Rechnung tragen.  

Bildung verfolgt einen ganzheitlichen Anspruch, der sich auf alle Fähigkeiten und Möglichkeiten des Menschen und alle Bereiche gesellschaftlicher Existenz bezieht. Insbesondere ist es Ziel einer ganzheitlichen Bildung, dem Lernenden den Erwerb notwendiger Einstellungen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu ermöglichen, um komplexe Praxissituationen bewältigen zu können. Dem Erwerb solcher Kompetenzen, insbesondere der Fähigkeit zu vernetztem Denken und selbst gesteuertem Lernen, wird mit dem vorliegenden Lehrplan in besonderer Weise Rechnung getragen.